Bildcollage vom Garten des Santulan AUM-Kurzentrums (Aufnahmen: privat)
Wie in den Jahren davor begann das Pfingstseminar mit einem traditionellen gemeinsamen Chai‑Tee zur Begrüßung. Viele kennen sich seit Langem, und dadurch entsteht sofort eine angenehme Atmosphäre. Vor Beginn nutzten einige die Gelegenheit, den Garten zu genießen: Im Mai ist er besonders idyllisch und gerade für Menschen aus eher urbanen Gegenden ein wohltuender Kontrast.
Im Seminar wurde eine Einführung in die Bhagavad Gita gegeben, wobei der Schwerpunkt auf dem ersten Kapitel lag. Grundlage bildete das Buch „Peacock Feathers“ von Shriguru Dr. Balaji També. Die Inhalte wurden über gesungene Verse, das Erlernen ausgewählter Passagen und die gemeinsame Bedeutungserschließung vermittelt. Zudem wurde aufgezeigt, wie die Lehren im heutigen Leben angewendet werden können und wie Yoga als Verbindung zu Aufgaben, Selbst und innerer Freude verstanden werden. In der Bhagavad Gita sind Arjuna der Schüler und Krieger, Krishna sein Wagenlenker und göttlicher Lehrer, und Dhritarashtra, der blinde König von Hastinapur, der den ersten Vers der Gita spricht. Die vierte Figur ist Sanjaya, der sehend‑gemachte Berater des Königs, der die gesamte Schlacht und das Gespräch zwischen Krishna und Arjuna beobachtet und dem blinden König berichtet.
Aufführung aus der Bhagavad Gita mit den Darstellern von links: Dhritarashtra, Sanjaya, Arjuna und Krishna (Aufnahme: privat)
Außerdem hielt eine Expertin einen Vortrag, die sich täglich mit der Gita beschäftigt. Besonders blieb ihr Satz im Gedächtnis: „Lernen, selbst ein Licht zu sein.“ Sie sprach auch über Beispiele aus dem Alltag und erwähnte, dass viele Menschen heute spüren, wie sehr sie von ihrer Arbeit gefordert sind. Gerade deshalb sei es wichtig, Tätigkeiten bewusst auszuführen – ohne Anspruch auf unmittelbare Früchte, wie es im Karma‑Yoga beschrieben wird. Die Teilnehmenden waren von ihrem Beitrag begeistert und sprachen auch danach noch darüber.
Neben den Seminareinheiten gab es verschiedene Angebote. Kleine Gruppen trafen sich um Themen aus der Gita zu besprechen. Außerdem gab es die Möglichkeit, Mandalas zu zeichnen und mit farbigem Sand zu gestalten, ein kreatives Angebot, das in diesem Jahr vor allem von Frauen genutzt wurde. Es wurden Stotras gesungen, und im Pavillon fand ein kleiner indischer Tanzkurs statt.

